“Entschuldigung” oder “nachdem Tom zu tief in den Bembel geschaut hatte”
Der Tom hat ja nun geheiratet und tritt nun offiziell die Nachfolge als Wirt vom „Blauen Bock“ an. Zwar ist sein Vater noch mitten im Geschäft, doch will er sich langsam daraus zurückziehen, um auf seine alten Tage selbst ein Gläschen Äbbelwoi genießen zu können.
Bei der offiziellen Amtsübergabe als Wirt vom „Blauen Bock“ wurde natürlich mit Äbbelwoi in großen Bembeln angestoßen, denn nun begann für Vater und Sohn ein neuer Lebensabschnitt. Alle Stammgäste und wichtigen Persönlichkeiten aus dem Ort und der Umgebung wurden dazu eingeladen, denn schließlich ist der „Blaue Bock“ fast so etwas wie die heimliche Regierung in der Region. Man ließ die Einladungen auf extra feines Briefpapier drucken, woraus schon die Wichtigkeit dieses Ereignisses abzulesen war. Natürlich kamen alle zum „Blauen Bock“ und wünschten dem neu gekrönten Äbbelwoi-Fürsten viel Erfolg bei seinen Geschäften.
Doch das ist dem Tom wahrscheinlich zu Kopf gestiegen, denn nach ein paar Stunden konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten. Wahrscheinlich muss er noch lernen, dass man nicht jedes Mal wirklich einen Schluck trinken darf, wenn man mit ihm anstößt, denn das war an diesem Abend bestimmt einige Hundert Mal. Es begann damit, dass er sich beim EC-Cash mehrmals vertippte, so dass das Gerät irgendwann automatisch blockiert hat, dann verwechselte er die Bestellungen, ließ viel zu früh die Biergartenmarkisen per Elektromotoren einfahren und begann die beiden eigens zu diesem Anlass aushilfsweise angeheuerten Kellnerinnen unflätig zu beschimpfen. Und das vor einem solch ranghohen Publikum. Naja, der Tom hat sich gleich am nächsten Tag bei seinen Angestellten und Gästen entschuldigt, es müsse wohl an dem vielen Äbbelwoi gelegen haben. In Zukunft wird er diesen nur noch seinen Gästen einschenken und sich erst nach Feierabend ein Gläschen zur Belohnung und Entspannung gönnen.
Carmen am 14. Juni 2011 unter Weinfamilie