Blaue Markisen am Blauen Bock
Unser „Blauer Bock“ ist eine ganz gemütliche kleine Weinstube am Ortsrand der Stadt. Direkt daneben beginnen die Felder und deshalb sitzen wir, sobald es das Wetter erlaubt, draußen im Biergarten. Eigentlich müsste es ja „Weingarten“ oder noch besser „Ebbelwoigarten“ heißen, doch da die Wirtin auch Bier ausschenkt – und das nicht zu knapp! – steht unser Stammtisch im Sommer eben im Biergarten.
Von hier aus können wir die ganze Gegend überwachen: die Autobahn auf der einen Seite, die Zugstrecke auf der anderen, die Bushaltestelle genau vor der Nase und natürlich auch jeden, der im „Blauen Bock“ ein- und ausgeht. Wir wissen genau, wann die Ferienzeit beginnt: mit den Staus auf der Autobahn, wann es 17:21 Uhr ist: wenn der ICE vorbeifährt, und wann es Zeit ist, nachhause zu fahren: wenn der letzte Bus um 22:00 Uhr mit einem Hupen vor dem „Blauen Bock“ hält. Dann kassiert die Wirtin in ihrem hübschen Plissee Rock noch fix die Zeche, und während wir noch versuchen, die Tür des Busses zu finden, hat sie schon die Markisen über unserem Tisch hochgefahren.
Diese Markisen haben wir als Stammbesetzung gefordert, denn oft musste unsere gemütliche Runde ausfallen, weil man es in der prallen Sonne einfach nicht ausgehalten hat. Auf den Vorschlag, unseren Tisch hinter die schattenspendenden Bäume zu verpflanzen, konnten wir nicht eingehen, da wir dann keinen Ausblick mehr gehabt hätten. Und in der Hochsaison waren diese Plätze sowieso meist besetzt. Also hat die Wirtin extra für uns Ebbelwoivernischder zwei schöne blaue Markisen über unseren Tisch montiert, wo wir von nun an unseren Beobachtungen und Disputen ohne störende Sonne oder Regenschauer frönen konnten. Das Wichtigste: der Ebbelwoi bleibt auch im Sommer schön kühl, denn so schmeckt er am besten!